Sonntag, 9. September 2012

Wochenende in Cotonou


Hallo mal wieder, :)

tut mir leid, dass ich mich länger nicht gemeldet habe, aber es gab bisher nicht so viel zu berichten.
Meine Arbeitswoche war wie immer, seit Mittwoch bin ich wieder im Passarelle und nicht mehr auf dem Markt. Freue mich wieder bei meinen Mädels zu sein, auch wenn es dort ein bisschen langweiliger ist. Habe mich mittlerweile richtig gut mit den Mädels angefreundet und wir reden über alles Mögliche.
Dafür wurde ich jetzt auch schon von der Chefin angemeckert, die ist vielleicht unsympathisch, kommt nie aus ihrem Büro raus und wenn auch nur um irgendwas festzustellen, was gar nicht stimmt. Sie meinte nämlich, ich solle nicht nur mit den Mädels zusammen sein, sondern auch bei den anderen. Das bin ich allerdings auch, ist halt nur angenehmer mal ein bisschen reden zu können und nicht nur immer wie mit den Kleinen Zeichensprache zu benutzen. Naja, Schwamm drüber, bin ja bald weg.
Am Freitag hatte ich viel Spaß, da habe ich mit den Mädels getanzt und Musik gemacht, das war schön. Zum ersten Mal habe ich mitbekommen, dass die Kinder wirklich zusammen Spaß hatten und gelacht haben. Irgendwie traurig, aber wenigstens gibt es solche Momente dort manchmal.
Dann sind wir am Freitag nach Cotonou gefahren, um dort das Wochenende bei Claudes Familie zu verbringen. Da ist immer viel los und ich weiß gar nicht, wer dort alles wohnt. Wir haben viel mit den Jungs gemacht, zum Beispiel mit Jeremy, sozusagen ein Neffe von Claude. Mit dem waren wir in der Bücherei und ich hab mir ein paar Bücher gekauft, wage mich an Jules Verne! Danach waren wir noch in einem französischen Zentrum, mit Theater, Bibliothek, Mediathek und, und, und. Sieht dort sehr westlich aus, man merkt, dass es nicht von Benin gebaut wurde. Danach waren wir im Touristen-Viertel schlecht hin. Dort sieht es eigentlich aus, wie bei uns in Südeuropa. Restaurants wie bei uns, indisch, französisch, chinesisch und sogar Döner gab es da!! Und gaaanz viele Weiße sieht man dort. Generell ist man in Cotonou aber keine große Attraktion als Weißer, weil es dort sehr viel mehr gibt. Das ist sehr angenehm, ich habe nur zweimal „Yovo“ gehört statt wie sonst jeden Tag 30x …
Abends waren wir dann weg mit den Jungs (sind übrigens alle so in den 20ern), erst in einer Bar mit lauter Musik. Es ist eigentlich wie bei uns und im Nachtleben sind die Leute auch größtenteils gekleidet wie wir. Zum ersten Mal habe ich eine Frau mit richtig kurzem Kleidchen gesehen! Und ich habe mal wieder Bier getrunken, seit über einem Monat! Natürlich kein Vergleich zu unserem, aber trotzdem nicht schlecht! Das wird hier in riesigen Flaschen serviert, mit 630ml, da braucht man schon ne Weile ;)
Danach waren wir noch in einer anderen Bar, die aber mehr wie ein Biergarten war und dadurch nicht ganz so dunkel und auch ein bisschen fröhlicher. Ich war nur leider viel zu müde, um das wirklich genießen zu können …
Nach drei Stunden Schlaf ging es dann heute früh in die Kirche, diesmal zur protestantischen Messe. Dort wollte uns niemand gleich bekehren, ein Glück! Ich hab leider nicht viel verstanden, aber trotzdem war es interessant. Hier wird sehr viel getanzt und gesungen während der Messe, weshalb die auch zwei Stunden dauert. Auch die Kirche ist anders als bei uns, sieht eigentlich mehr aus wie eine riesige Garage, die ein bisschen geschmückt ist und mit Plastikstühlen und Bänken bestückt ist. Einen wirklichen Altar gibt es auch nicht, aber dafür eine komplette Ausstattung für eine Band. Und hier machen sich alle sehr schick für die Kirche, mit hohen Absatzschuhen und tollen Kostümen.
Danach haben wir erstmal noch ein bisschen geschlafen, um dann zum Privatstrand „Obama Beach“ zu gehen. Es war sehr schön am Meer, auch wenn Baden hier verboten ist, da es zu gefährlich ist aufgrund der Strömung. Der Strand ist sehr breit und das Wasser ist schön, wenn auch sehr wild. Da war ich auf jeden Fall schon ein bisschen betrübt, dass wir hier in Porto-Novo keinen Strand haben, das könnte ich öfters haben!
Alles in allem war es ein sehr schönes Wochenende, wenn auch nicht erholsam.
Zu Hause angekommen, geht die Beerdigung leider immer noch weiter. Bald drehe ich durch …
Euch trotzdem eine gute Nacht und bis bald mal wieder :)

Eure Pauline

P.S.: Fotos folgen, haben momentan einen Virus auf dem PC …

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen