Ihr seid bestimmt alle gespannt, wie mein neues Praktikum ist und ich will euch natürlich nicht vorenthalten, wie meine erste Arbeitswoche war:
Es ist auf jeden Fall viel, viel besser! Am Montag wurde ich erstmal in die Organisation eingeführt und der "chargé du program" Ghislain hat mir alles wichtige erklärt. Mit ihm zusammen habe ich auch einen Plan erstellt, was ich jeden Tag mache während der ersten zwei Wochen! Es ist also wirklich alles viel duchorganisierter, weil die auch mehr Erfahrung mit Praktikanten haben.
Die ersten drei Tage waren allerdings etwas langatmig, weil ich viel lesen musste, natürlich auf französisch, aber ich habe eine Menge über die Abläufe von den Projekten gelernt. Hier wird alles genau dokumentiert, was für mich natürlich sehr hilfreich ist.
"Autre Vie" beschäftigt sich zum Bespiel mit AIDS-Aufklärung und Prävention, Gewalt gegen Frau oder Aufklärung über Kinderrechte und vieles mehr.
Ich habe diese Woche allerdings ein bisschen viel Arbeit schwänzen müssen, weil ich Mittwoch und Freitag stundenweise ins Krankenhaus musste wegen des Beins. Die Fäden sind jetzt übrigens draußen und es verheilt gut!
Am Donnerstag bin ich dann mal aus dem Büro gekommen und habe Florent bei seiner Tätigkeit als Supervisor begleitet. Wir waren in einem Dorf und haben dort das Projekt "Round9" kontrolliert. Dort kamen dann die ehrenamtlichen Mitarbeiter zusammen, die sich bereit erklärt haben AIDS-Aufklärung in ihren Gemeinden zu betreiben. Denen haben wir Sachen gegeben, wie zum Beispiel Rucksäcke oder Regenjacken, aber auch einen Phallus! Hab auch noch einen zu Hause, fand ich irgendwie lustig ! Ist aus Holz und sieht sehr wahrheitsgetreu aus ;)
So viel hab ich leider nicht verstanden, weil man hier natürlich hauptsächlich Fon oder Yoruba redet, damit auch wirklich alles verstanden wird. Es war aber trotzdem interessant!
Danach haben wir ein paar Orte abgeklappert, wo die Leute angeblich Aufklärung betrieben haben. Das heißt, wir haben gefragt, ob sie die Person kennen, was sie über AIDS jetzt wissen oder ob sie Kondome bekommen haben (die werden nämlich kostenlos verteilt). Es werden immer ziemlich viele Leute damit erreicht, teilweise 2500 im Monat!
Es war sehr interessant, mal zu sehen, wie so ein Projekt vor Ort abläuft und was umgesetzt werden kann, vor allem nachdem ich das alles vorher schon einmal in der Theorie gelesen hatte. Einen haben wir zum Beispiel auch erwischt, der gar keine Aufklärung betrieben hat, sondern was falsches angegeben hat. Man kriegt hier nämlich auch eine kleine Aufwandsentschädigung, wie bei uns, was aber nicht zum Leben reicht.
Morgen geht es dann weiter, ich werde dann weitere Projekte besuchen! Die Kollegen sind wirklich super nett und bemühen sich sehr um mich. Ich kann immer was nachfragen und sie selber wollen auch viel über Deutschland erfahren. Sie haben mich letztens alle wie ein Auto angeguckt, als ich ihnen von Arbeitlosengeld erzählt habe! Außerdem wollen sie gerne, dass ich ihnen ein bisschen Deutsch beibringe, freue ich mich schon drauf ;)
Allerdings gilt auch hier wieder, dass manche von ihnen viel arbeiten und ständig zu tun haben, andere aber auch oft bei facebook sind und ich gar nicht wirklich verstehe, warum sie eigentlich dort arbeiten...
Bin gespannt, wie es nächste Woche wird, wie die Projekte werden und was ich alles lernen werde.
Das hilft mir jetzt auf jeden Fall über meine Zukunft nachzudenken, ob die Arbeit für eine Hilfsorganisation das Richtige für mich ist :) Bin also definitiv zufrieden mit der neuen Arbeit, auch wenn ich natürlich auch dort manchmal rumsitze und gar nichts mache, aber das ist hier halt einfach so ...
Ansonsten gibt es zu berichten, dass die Regenzeit begonnen hat ... Am Donnerstag hat es den ganzen Vormittag geregnet ... Unser Hof stand knöcheltief unter Wasser und bei mir auf Arbeit war der Strom bis halb zwölf abgestellt ... Die Regenzeit wird also kein Zuckerschlecken!
Ansonsten haben wir das Wochenende bei unseren Freunden in Cotonou verbracht, waren bei einem Konzert und am Strand. Außerdem haben wir was mit Noras ehemaligen Arbeitskollegen und Kumpel gemacht. War wirklich schön, wir waren einfach mal ganz normale junge Erwachsene, die Zeit mit ihren Freunden verbringen, aber morgen ruft die Arbeit, wie bei ganz normalen Erwachsenen halt ;)
Am Ende noch eine traurige Geschichte, die mich wirklich wütend macht ...
Nora hat mir von einem Fall im Krankenhaus erzählt. Es handelt sich um eine anonyme Frau, die nicht spricht, weil sie wahrscheinlich psychisch krank ist. Man weiß also gar nichts über sie. Das ist auch das Problem. Die Frau hat einen offnen Bruch am Fuß, wahrscheinlich durch einen Verkehrsunfall. Da man aber nichts über sie weiß, zahlt auch keiner, weil man ja keine Verwandten anzapfen kann. Der "Service Social" ist für anonyme Fälle nicht vorgesehen. Hier heißt allerdings - kein Geld - keine Behandlung.
Seit drei Wochen lag sie also unbehandelt bzw. nur sehr notdürftig behandelt, in einem Bett auf der Chirugie. Natürlich kann sie nicht aufstehen mit dem Fuß, interessiert aber keinen. Ihre Bedüfnisse darf sie also im Liegen verrichten. Anscheinend haben sich die Pfleger mittlerweile vor ihr geekelt und sie nicht weiter beachtet. Die vom Service Social bereit gestellten Verbandssachen wurden nicht benutzt, wie der Fuß mittlerweile aussieht, will ich gar nicht wissen. Wahrscheinlich hinüber und nicht mehr zu retten ..
Ende letzter Woche wurde dann endlich mal der Verband gewechselt, wie weit man aber genau den Fuß weiter behandelt hat, weiß ich nicht. Man behauptet aber, dass man sich regelmäßig gekümmert hat, was der Bettnachbar allerdings widerlegt hat.
Auch für die Verhältnisse hier ist das ein Skandal, aber meiner Meinung nach, ist das selbst als Ausnahme nicht tragbar. Auch Noras Kollegen vom Service Social können sich nicht erklären, was mit dem Personal von der Chirugie nicht stimmt ...
Ich bin gespannt, wie sich das noch entwickelt. Es würde mich nicht wundern, wenn die Frau bald stirbt unter diesen Bedingungen ...
Wenn ich was neues weiß, werde ich es berichten. Ich musste euch das nur erzählen, weil mich das sehr beschäftigt ..
Gestern ist mir bewusst geworden, dass ich nur noch acht Wochenenden habe, die es zu füllen gilt!! Wir haben schon fast jedes einzelne verplant. Die Zeit fliegt. Bald sitze ich wieder in meinem Zimmer, gucke auf mein geliebtes Hackethals und wundere mich, dass ich wirklich gerade 4 Monate in einer anderen Welt war, die schon wieder so weit weg erscheint, als wäre ich nie dort gewesen.
Aber dafür bin ich wieder bei euch, kann den Winter sowie Weihnachten genießen und deutsches Essen!! ;)
In diesem Sinne -
Bis zum nächsten Mal ...
Viele Küsse und Grüße nach Deutschland :)
Sonntag, 30. September 2012
Dienstag, 25. September 2012
Gesundheitssystem (extra für die lieben Mediziner unter euch :) )
Pauline hat mich gebeten für ihre Verwandten und Bekannten, die im
Gesundheitssektor tätig sind, einen kleinen Bericht über das Gesundheitssystem
in Benin zu schreiben. Zwar will ich nicht behaupten, dass ich den kompletten
Durchblick habe, aber ich konnte in den vergangenen Wochen doch einen Einblick gewinnen.
Es folgt also ein kleiner Versuch euch diesen zu weiter zu vermitteln:
Zunächst muss man (leider) feststellen, dass das Gesundheitssystem hier in
Benin an allen Kanten und Ecken krankt. Es ist leider nicht so schön
durchorganisiert und funktionstüchtig, wie wir es aus Deutschland kennen. Aber
das ist natürlich nicht weiter verwunderlich, da Benin nun mal Entwicklungsland
ist und sich dieses in der Regel in erster Linie in Bildungs- und Gesundheitsversorgung
bemerkbar macht.
Zur allgemeinen Organisation: An der Spitze steht selbstverständlich das
Gesundheitsministerium, hier werden alle wichtigen (politischen und
finanziellen) Entscheidungen betreffend der Gesundheit getroffen. Anschließend
kommt die Universitätsklinik CNHU in Cotonou, welche gleichzeitig die größte
und am besten ausgestattete Klinik ist. Wobei ein Freund von uns meinte, dass
auch dort die Ausstattung eher mangelhaft ist: Selbst dort sollen sie
beispielsweise keinen MRT Scanner haben. Diese Info habe ich aber nur aus
zweiter Hand! Jedes Department (elf gibt es insgesamt) hat ein größeres
Krankenhaus, ein CHD. Ich arbeite im CHD – OP, also im „Centre Hospitalier Departemental
Ouémé-Plateau“ (Pauline war mit ihrer kleinen Verletzung im CHD – Zou). Das
CHD-OP hat theoretisch 400 Betten, wobei momentan wegen Renovierungsarbeiten nur
275 Betten nutzbar sind. Ich denke die anderen CHDs sind ähnlich groß.
Anschließend gibt es die „Hôpital de Zone“ und zum Schluss die Gesundheitszentren.
Von denen weiß ich jedoch nicht, wie groß sie sind und wie sie ausgestattet
sind. Ich hatte auch irgendwo eine Grafik zur Dichte der medizinischen
Versorgung gesehen, leider finde ich diese nicht mehr. Sie war jedenfalls
ziemlich eindrucksvoll: Die Arztdichte ist erschreckend gering in Benin. Im
Norden ist sie noch mal deutlich niedriger als im Süden. Nicht verwunderlich,
da wohl mehr beninische Ärzte in Frankreich arbeiten als in Benin selber.
So viel zur allgemeinen groben Struktur. Nun zum CHD-OP, welches wohl
repräsentativ für alle CHD’s ist: Das
Krankenhaus ist grundsätzlich ein sehr schönes Gebäude, aber trotzdem fällt
sofort ins Auge, dass es an allem mangelt. Die Kranken liegen auf zum Teil
kaputten Krankenhausbetten, Laken und ähnliches werden nicht gestellt. Die Patienten
müssen alles selber mitbringen, was dazu führt dass sie beispielsweise oft
direkt auf den Matratzen liegen. In den Gängen und Kabinen trifft man überall
auf Menschen die ihre Angehörigen begleiten. Die sogenannten „garde-malade“. Sie
haben sich richtige Lager eingerichtet und liegen oder sitzen auf dem Boden. Der
Geruch ist teilweise bedenklich. Grundsätzlich ist die Hygiene ein großes
Problem. Dies liegt zum einen daran, dass die Patienten beispielsweise nicht gewohnt
sind Mülleimer zu nutzen (wenn sie vom Land kommen), oder auch Toiletten. Wobei
es schon für die Belegschaft nur wenige funktionstüchtige Toiletten gibt und
ich ehrlich gesagt keine Ahnung habe, wo es Toiletten für die Patienten gibt. Aber
auch das Personal, wie beispielsweise KrankenpflegerInnen setzt Hygienemaßnahmen,
wie beispielsweise korrektes Händewaschen oder Trennung von medizinischem Müll,
nur mangelhaft durch. Es ist also nicht
so klinisch rein im Krankenhaus, wie man es aus Deutschland kennt, sondern eher
so wie man es bei uns aus einer Schule kennt. Natürlich gibt es auch
Abteilungen, wie z.B. die Reanimation, in denen Hygienemaßnahmen besser
durchgesetzt werden.
Grundsätzlich gilt im Krankenhaus erst Bezahlen und dann folgt die
Behandlung. Zwar sind Behandlungen hier deutlich günstiger als in Deutschland,
aber für die Bevölkerung hier ist es dann meistens doch ein Vermögen, das sie
ausgeben müssen. Außerdem benötigt man hier dringend eine Begleitperson.
Medikamente, dazu gehören auch Dinge wie Infusionen und Einwegspritzen, werden
nicht einfach so von den KrankenpflegerInnen gebracht. Der Angehörige erhält eine
„ordonnance médical“, also eine Liste allen Medikamenten, die der Kranke
benötigt. Anhand dieser Liste kauft er dann selber in der Apotheke die zur
Versorgung nötigen Medikamente ein. Auch Pflegearbeiten, wie Waschen, Füttern
o.ä. der Patienten, werden nach meinen Beobachtungen nicht von
KrankenpflegerInnen durchgeführt, sondern von Angehörigen. Es mangelt in allen
Abteilungen an Personal, das Krankenhaus darf jedoch nicht mehr einstellen – Anweisung
von ganz oben, dem Gesundheitsministerium.
Falls jemand wirklich gar keine Mittel hat ist der „Service Social“
zuständig. In dieser Abteilung bin ich gerade für drei Wochen tätig, was
teilweise doch sehr schockierend und ernüchternd ist. Nach einer längeren
Prozedur und viel Bürokratie können Bedürftige eine „prise en charge“ erhalten.
Das heißt, der Staat kommt für ihre Behandlung auf (Beamte haben übrigens
automatisch eine solche „prise en charge“). Hierzu wird die soziale Situation
der Familie überprüft. Dies ist zwar eine wirklich gute Sache, aber reibungslos
läuft es leider auch hier nicht, obwohl die in der Abteilung tätigen
Sozialarbeiterinnen echt tolle Arbeit leisten. Aber auch sie sind übrigens hoffnungslos
unterbesetzt. Der Staat stellt jährlich einen bestimmten Betrag für die
Sozialfälle zu Verfügung. Ist dieser aufgebraucht, erhalten die Krankenhäuser
das für Sozialfälle ausgegebene Geld nicht zurück. Ganz nach dem Motto „Wer
zuerst kommt, mahlt zuerst“. Insgesamt hat das CHD-OP durchschnittlich etwa 60
Fälle im Monat, die eine „prise en charge“ erhalten. Für die Armut hier eine,
meiner Meinung nach, erstaunlich geringe Anzahl. Aber es wird eben zunächst mit
allen Mitteln versucht, die Angehörigen zur Kasse zu bitten bis diese wirklich
nicht mehr zahlen können. Außerdem handelt es sich bei den Sozialfällen meist um
schwerwiegendere Krankheiten. Also meistens kranke Kinder oder Fälle für die
Chirurgie. Bei nicht schwerwiegenden Dingen geht man hier einfach nicht zum
Arzt, da man es sich nicht leisten kann.
Einige Aspekte sind auch wirklich gut hier – zumindest von der Idee her, in
wie weit die Umsetzung immer gelingt, kann ich nicht sagen. So ist die Testung
auf HIV immer kostenlos, fällt der Test positiv aus, ist auch die weitere Behandlung
kostenlos. Wobei der zuständige Sozialarbeiter im CHD-OP meint, dass manchmal
ganz schön jongliert werden muss, um alle zu versorgen. Die HIV-Rate in Benin
liegt bei 3%. Des Weiteren ist die (Notfall-)Behandlung von Kindern unter fünf
und von schwangeren Frauen kostenlos und der Kaiserschnitt ist seit 2009 auch.
Allgemein denke ich, dass hier doch mit den ziemlich beschränkten Mitteln versucht
wird eine möglichst gute Gesundheitsversorgung zu erreichen. Zwar reicht sie
lange nicht an das Niveau in Deutschland heran, aber grundsätzlich wird das
Ziel verfolgt (wenn leider auch nicht immer erreicht), alle Kranken zu
versorgen und zu behandeln.
Ich könnte natürlich noch einiges
mehr schreiben, aber irgendwo muss ich auch einen Punkt machen. Ich hoffe, dass
waren die Art von Informationen, die ihr euch erhofft habt. Ansonsten könnt ihr
natürlich auch gerne noch Fragen stellen. Für diejenigen, die Französisch
können gibt es einen interessanten Bericht zur Gesundheit in Benin: „Enquête
démographique et de santé“ Bénin, 2006.
Der Bericht ist im Internet frei zugänglich.
Montag, 24. September 2012
was für eine aufregende Woche
Uiuiuiui,
haben wir viel erlebt in den letzten Tagen!
Ich hab euch ja schon ganz schön lange nicht mehr geschrieben und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Eigentlich wie jedes Mal, denn irgendwie ist hier immer viel los!
Vorletztes Wochenende haben wir einen Tanzkurs in Cotonou gemacht, das war toll. Wir haben dort ganz viele andere Freiwillige getroffen, allerdings alles Franzosen, da es von France Volontaire organisiert wurde. Kann jetzt zwei traditionelle afrikanische Tänze! Hat viel Spaß gemacht, kann ich euch ja dann allen mal vorführen :D Danach waren wir auf einem Festival, wo wir nochmal die traditionellen Tanzgruppen gesehen. Unten sehr ihr die Fotos, die sehen einfach zu seltsam aus, um es zu beschreiben! Man sagt ja, dass dort nichts darunter ist und die sich von Geisterhand bewegen! Ich glaube das ja nicht ;)
Dann war ja letzte Woche mein letzter Arbeitstag im Passerelle. Traurig war ich irgendwie gar nicht, aber natürlich tat es mir leid, dass die Mädchen ganz schön geknickt waren. Aber es war einfach immer so langweilig... Am letzten Tag kam allerdings eine Frau von "Kinderrechte Afrika", allerdings die französische Korrespodentin. Die hat dort alles kontrolliert, weil die ja das Passerelle finanziell unterstützen. Außerdem hat sie ein dreitägiges Seminar gemacht, von dem ich jetzt natürlich nur das erste mitbekommen habe. War aber sehr interessant, sie hat viele Tips gegeben, wie man den Kindern was beibringen kann und Informationsmaterial verteilt. Leider weiß ich nur ganz genau, dass das dort keiner nutzen wird ... Irgendwie fehlt einfach die Leidenschaft und das Interesse hinter dem Beruf, zumindest bei einigen ..
Dann ging es ja nach Abomey, erstaunlich reibungslos sogar! Wir hatten erstmal ganz schön Angst überhaupt nicht wegzukommen, weil reservieren konnte man nicht und es gilt, wenn voll ist, ist halt voll. War aber alles gar kein Problem. Nachdem wir eine halbe Stunde dann auf dem Ankunftsplatz mit den Moto-Taxi-Fahrern diskutiert haben, sind wir dann am späten Vormittag in Abomey angekommen und haben erstmal auf Claude gewartet. Das Touriprogramm ging allerdings erst am zweiten Tag los. Abomey ist wirklich schön, auch ganz ruhig, eine richtige Kleinstadt halt - 100 000 Einwohner. Es gibt auch viel mehr zu sehen, ist halt eine historisch bedeutende Stadt. Wir haben den Königspalast besucht und sogar den König persönlich gesehen, was ziemliches Glück war. Wir sind nämlich pünktlich zu einer Krönung von einem Grafen gekommen!
Die Paläste sind allerdings ganz anders als bei uns. Überhaupt nicht pompös und dementsprechend einfach. Liegt aber auch daran, dass jeder König einen neuen Palast gebaut hat und der wurde nach seinem Tod in Ruhe gelassen. Nur noch zum Todestag durfte der Palast betreten werden, vielleicht sind sie aus deswegen ganz anders. Sie sind übrigens immer gleich aufgebaut, man hat sich also nicht viel Mühe gegeben bei der Gestaltung, musste ja auch schnell gehen nach dem Tod des Vaters!
Außer dem gab es noch einen Kunstmarkt vor dem Palast - ich hab richtig viel Geld für eure Souvenire ausgegeben ;) Habe mir selber auch eine handgewebte Hängematte mit einem Nilpferd drauf gegönnt :)
Schon mal ein schönes Accessoire für die neue Wohnung :D
Sonst haben wir an dem Tag leider nichts mehr gemacht. Doch zum Glück wird es hier ja trotzdem nie langweilig! Als wir zum Essen fahren wollten, war der Zem von Nora langsamer als Claude und ich auf seinem Motorrad. Er hat Nora also an der falschen Stelle abgesetzt, waren aber nur 100m. Es war allerdings schon dunkel und Nora konnte uns alleine nicht entdecken. Deswegen bin ich sie holen gegangen. Leider war es schon so dunkel, dass ich den Abwasserkanal nicht gesehen habe und geradewegs reingefallen bin.
Eigentlich ging es mir ganz gut, war natürlich ein bisschen geschockt und tat alles ein bisschen weh. Bin also wieder rausgekrabbelt und wollte weitergehen. Da hat Claude das mitbekommen und hat mich gefragt, ob es mir denn gut ginge. Da ist ihm erst aufgefallen, dass mein Bein voller Blut war, ich dachte es wäre einfach Schlamm gewesen. Ich habe also ein kleines Loch im Bein gehabt, was ziemlich kräftig geblutet hat.
Die Laterne war übrigens eine halbe Stunde später an ...
Habe also das hinbekommen, was ich unbedingt vermeiden wollte: Krankenhaus!
Aber dafür kann ich euch jetzt schicke Bilder präsentieren und euch erzählen, wie es ist!
Der meinte Apotheker zu uns, wir sollten lieber ins Krankenhaus damit fahren. War auch gut, weil es nicht aufhören wollte zu bluten. Dort angekommen, war allerdings niemand aufzufinden in der Chirugie und ansonsten war es auch menschenleer. Irgendjemand meinte dann, die seien draußen. Dort haben die drei Pfleger gemütlich Orangen gegessen und sich erstmal in Ruhe draußen erklären lassen, was passiert ist. Ich musste die ganze Zeit total lachen, ich fand die Situation einfach lustig, die blöde blonde Weiße, die nicht mal die Augen richtig aufmachen kann, fällt mitten in der Nacht in einen Kanal! Als Claude auch noch meinte : "Elle est tombée dans une cannal - completement!" - konnte ich nicht mehr!
Als wir in das Behandlungszimmer gegangen sind, musste ich erstmal schlucken. Wie in einem schlechten Film hat natürlich das eine Licht nicht richtig funktioniert und die ganze Zeit geflackert. Die Liege war schon kaputt und das Laken hat Löcher. Aber er hat sich die Hände vorher gewaschen und Handschuhe getragen!
Als klar war, dass es genäht werden muss, wurde ich erstmal wieder liegen gelassen und erstmal abgerechnet! Seltsamerweise haben sie Claude als Journalist Rabatt gegeben - von 10 000 CFA (15€) auf 3 500 CFA (5€) und auch meine gekauften Sachen aus der Apotheke benutzt und nicht die hauseigenen.
Nora hat brav meine Hand gehalten und mir Geschichten erzählt. So habe ich das alles relatib gut überstanden und zum Glück nicht mitbekommen, dass ich eine Spritze mit in das Loch bekommen habe, welches übrigens ungefährt 1cm tief ist...
Momentan sieht es aber gut aus, tut halt immer noch weh, aber ich kann gut laufen. Sonntag war Kontrolle und am Mittwoch muss ich wieder hin, allerdings dann hier nach Porto-Novo - aber da kann ich ja gleich mal Noras Arbeitsplatz kennenlernen!
Der Freitag war super! Wir haben uns einen Guide durch Abomey genommen für 2 Stunden (gerade mal 6€ pro Person!) und danach sind wir noch eine archologische Stätte besichtigen gegangen, wo man die Behausungen der Amazonen besichtigen konnte - welche während Kriegszeiten unter der Erde gelebt haben! In der Behausung, die ihr auf dem Foto sehen könnt, haben 30 Mann gewohnt, 7m unter der Erde. Das war echt abgefahren! War froh, als wir da wieder draußen waren!
Der Samstag war auch klasse, wir sind nach Dassa gefahren, was in fast mittig liegt. Dort sind die Hauptattraktion die "41 Hügel" von denen wir auch einen bestiegen haben. Es war wunder-wunderschön, man fühlt sich wie der König der Welt. Wir wollen versuchen nochmal dort hinzufahren und dann dort auch eine Nacht auf dem Hügel zu übernachten. Mal gucken, ob wir das hinkriegen! Unser Guide war auch echt super, hat uns ganz viel über die Pflanzen auf dem Weg erklärt und das mit ganzer Leidenschaft betrieben.
Danach haben wir noch zwei deutsche Mädels besucht, die dort in dem Dorf leben, was am Fuße des Berges liegt. Die beiden wohnen in einem von der GIZ gemieteten Haus und sind für ein Jahr mit weltwärts hier. War toll sich mal in seiner Muttersprache austauschen zu können!
Am 3.Oktober bin ich in die deutsche Botschaft eingeladen - 500 Leute kommen da!! Unter anderem auch 25 Freiwillige (darunter die beiden Mädels) von der GIZ - freue mich schon sehr! Wird bestimmt super :)
Am Sonntag ging es dann zurück, was ganz schön anstregend war, weil wir nur in einem ganz kleines Bus Platz gefunden haben und das nach anderthalb Stunden warten. Zu Hause endlich angekommen, ist uns was ganz schön peinliches passiert. Wir wollten eigentlich einkaufen, hatten aber nur noch wenig Geld. Ist ja aber eigentlich kein Problem, hab ja meine Karte. Waren also in dem Supermarkt (der ist super!! Die haben da sogar Kiri und Prinzenrolle! :D ) und haben all unser Geld ausgegeben. Blöd nur, dass beide Automaten in unserer Nähe kaputt waren. Sind also extra zehn Minuten mit dem Zem gefahren zu einer anderen Bank - hatte aber nicht mehr genug Geld darauf - 18ct haben gefehlt, damit ich irgendwas hätte abheben können!
Also zurück zum Supermarkt und betteln, dass wir unseren Einkauf zurückgeben können. Geht aber nicht ... Jetzt haben wir allerdings einen neuen Freund, der Supermarktbestizer hat uns 10 000 CFA geliehen ! Naja, wir sind halt weiß und schnell wieder zu finden ;) Er kommt aus Senegal und ist übrigens auch weiß. Jetzt müssen wir wohl mal mit ihm essen gehen ;)
Sonst hat ja heute meine neue Arbeit angefangen! Und alles schick! Habe schon einen genauen Plan, was ich die nächsten zwei Wochen mache! Werde alle Projekte kennenlernen (wer interessiert ist: www.ongautrevie.org) und wahrscheinlich alles verstehen lernen. Die haben da viel Erfahrung mit Praktikanten und haben sich gut um mich gekümmert :) Bin zuversichtlich, dass das um einiges besser wird - muss jetzt nur leider von 8 - 17 Uhr immer arbeiten :( Aber nun gut, dass nehme ich in Kauf!
Soweit von mir!
Ich denke an euch alle und hoffe, dass die ersten Karten gut angekommen sind :)
Alles Liebe,
eure Kanalratte
haben wir viel erlebt in den letzten Tagen!
Ich hab euch ja schon ganz schön lange nicht mehr geschrieben und weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Eigentlich wie jedes Mal, denn irgendwie ist hier immer viel los!
Vorletztes Wochenende haben wir einen Tanzkurs in Cotonou gemacht, das war toll. Wir haben dort ganz viele andere Freiwillige getroffen, allerdings alles Franzosen, da es von France Volontaire organisiert wurde. Kann jetzt zwei traditionelle afrikanische Tänze! Hat viel Spaß gemacht, kann ich euch ja dann allen mal vorführen :D Danach waren wir auf einem Festival, wo wir nochmal die traditionellen Tanzgruppen gesehen. Unten sehr ihr die Fotos, die sehen einfach zu seltsam aus, um es zu beschreiben! Man sagt ja, dass dort nichts darunter ist und die sich von Geisterhand bewegen! Ich glaube das ja nicht ;)
Dann war ja letzte Woche mein letzter Arbeitstag im Passerelle. Traurig war ich irgendwie gar nicht, aber natürlich tat es mir leid, dass die Mädchen ganz schön geknickt waren. Aber es war einfach immer so langweilig... Am letzten Tag kam allerdings eine Frau von "Kinderrechte Afrika", allerdings die französische Korrespodentin. Die hat dort alles kontrolliert, weil die ja das Passerelle finanziell unterstützen. Außerdem hat sie ein dreitägiges Seminar gemacht, von dem ich jetzt natürlich nur das erste mitbekommen habe. War aber sehr interessant, sie hat viele Tips gegeben, wie man den Kindern was beibringen kann und Informationsmaterial verteilt. Leider weiß ich nur ganz genau, dass das dort keiner nutzen wird ... Irgendwie fehlt einfach die Leidenschaft und das Interesse hinter dem Beruf, zumindest bei einigen ..
Dann ging es ja nach Abomey, erstaunlich reibungslos sogar! Wir hatten erstmal ganz schön Angst überhaupt nicht wegzukommen, weil reservieren konnte man nicht und es gilt, wenn voll ist, ist halt voll. War aber alles gar kein Problem. Nachdem wir eine halbe Stunde dann auf dem Ankunftsplatz mit den Moto-Taxi-Fahrern diskutiert haben, sind wir dann am späten Vormittag in Abomey angekommen und haben erstmal auf Claude gewartet. Das Touriprogramm ging allerdings erst am zweiten Tag los. Abomey ist wirklich schön, auch ganz ruhig, eine richtige Kleinstadt halt - 100 000 Einwohner. Es gibt auch viel mehr zu sehen, ist halt eine historisch bedeutende Stadt. Wir haben den Königspalast besucht und sogar den König persönlich gesehen, was ziemliches Glück war. Wir sind nämlich pünktlich zu einer Krönung von einem Grafen gekommen!
Die Paläste sind allerdings ganz anders als bei uns. Überhaupt nicht pompös und dementsprechend einfach. Liegt aber auch daran, dass jeder König einen neuen Palast gebaut hat und der wurde nach seinem Tod in Ruhe gelassen. Nur noch zum Todestag durfte der Palast betreten werden, vielleicht sind sie aus deswegen ganz anders. Sie sind übrigens immer gleich aufgebaut, man hat sich also nicht viel Mühe gegeben bei der Gestaltung, musste ja auch schnell gehen nach dem Tod des Vaters!
Außer dem gab es noch einen Kunstmarkt vor dem Palast - ich hab richtig viel Geld für eure Souvenire ausgegeben ;) Habe mir selber auch eine handgewebte Hängematte mit einem Nilpferd drauf gegönnt :)
Schon mal ein schönes Accessoire für die neue Wohnung :D
Sonst haben wir an dem Tag leider nichts mehr gemacht. Doch zum Glück wird es hier ja trotzdem nie langweilig! Als wir zum Essen fahren wollten, war der Zem von Nora langsamer als Claude und ich auf seinem Motorrad. Er hat Nora also an der falschen Stelle abgesetzt, waren aber nur 100m. Es war allerdings schon dunkel und Nora konnte uns alleine nicht entdecken. Deswegen bin ich sie holen gegangen. Leider war es schon so dunkel, dass ich den Abwasserkanal nicht gesehen habe und geradewegs reingefallen bin.
Eigentlich ging es mir ganz gut, war natürlich ein bisschen geschockt und tat alles ein bisschen weh. Bin also wieder rausgekrabbelt und wollte weitergehen. Da hat Claude das mitbekommen und hat mich gefragt, ob es mir denn gut ginge. Da ist ihm erst aufgefallen, dass mein Bein voller Blut war, ich dachte es wäre einfach Schlamm gewesen. Ich habe also ein kleines Loch im Bein gehabt, was ziemlich kräftig geblutet hat.
Die Laterne war übrigens eine halbe Stunde später an ...
Habe also das hinbekommen, was ich unbedingt vermeiden wollte: Krankenhaus!
Aber dafür kann ich euch jetzt schicke Bilder präsentieren und euch erzählen, wie es ist!
Der meinte Apotheker zu uns, wir sollten lieber ins Krankenhaus damit fahren. War auch gut, weil es nicht aufhören wollte zu bluten. Dort angekommen, war allerdings niemand aufzufinden in der Chirugie und ansonsten war es auch menschenleer. Irgendjemand meinte dann, die seien draußen. Dort haben die drei Pfleger gemütlich Orangen gegessen und sich erstmal in Ruhe draußen erklären lassen, was passiert ist. Ich musste die ganze Zeit total lachen, ich fand die Situation einfach lustig, die blöde blonde Weiße, die nicht mal die Augen richtig aufmachen kann, fällt mitten in der Nacht in einen Kanal! Als Claude auch noch meinte : "Elle est tombée dans une cannal - completement!" - konnte ich nicht mehr!
Als wir in das Behandlungszimmer gegangen sind, musste ich erstmal schlucken. Wie in einem schlechten Film hat natürlich das eine Licht nicht richtig funktioniert und die ganze Zeit geflackert. Die Liege war schon kaputt und das Laken hat Löcher. Aber er hat sich die Hände vorher gewaschen und Handschuhe getragen!
Als klar war, dass es genäht werden muss, wurde ich erstmal wieder liegen gelassen und erstmal abgerechnet! Seltsamerweise haben sie Claude als Journalist Rabatt gegeben - von 10 000 CFA (15€) auf 3 500 CFA (5€) und auch meine gekauften Sachen aus der Apotheke benutzt und nicht die hauseigenen.
Nora hat brav meine Hand gehalten und mir Geschichten erzählt. So habe ich das alles relatib gut überstanden und zum Glück nicht mitbekommen, dass ich eine Spritze mit in das Loch bekommen habe, welches übrigens ungefährt 1cm tief ist...
Momentan sieht es aber gut aus, tut halt immer noch weh, aber ich kann gut laufen. Sonntag war Kontrolle und am Mittwoch muss ich wieder hin, allerdings dann hier nach Porto-Novo - aber da kann ich ja gleich mal Noras Arbeitsplatz kennenlernen!
Der Freitag war super! Wir haben uns einen Guide durch Abomey genommen für 2 Stunden (gerade mal 6€ pro Person!) und danach sind wir noch eine archologische Stätte besichtigen gegangen, wo man die Behausungen der Amazonen besichtigen konnte - welche während Kriegszeiten unter der Erde gelebt haben! In der Behausung, die ihr auf dem Foto sehen könnt, haben 30 Mann gewohnt, 7m unter der Erde. Das war echt abgefahren! War froh, als wir da wieder draußen waren!
Der Samstag war auch klasse, wir sind nach Dassa gefahren, was in fast mittig liegt. Dort sind die Hauptattraktion die "41 Hügel" von denen wir auch einen bestiegen haben. Es war wunder-wunderschön, man fühlt sich wie der König der Welt. Wir wollen versuchen nochmal dort hinzufahren und dann dort auch eine Nacht auf dem Hügel zu übernachten. Mal gucken, ob wir das hinkriegen! Unser Guide war auch echt super, hat uns ganz viel über die Pflanzen auf dem Weg erklärt und das mit ganzer Leidenschaft betrieben.
Danach haben wir noch zwei deutsche Mädels besucht, die dort in dem Dorf leben, was am Fuße des Berges liegt. Die beiden wohnen in einem von der GIZ gemieteten Haus und sind für ein Jahr mit weltwärts hier. War toll sich mal in seiner Muttersprache austauschen zu können!
Am 3.Oktober bin ich in die deutsche Botschaft eingeladen - 500 Leute kommen da!! Unter anderem auch 25 Freiwillige (darunter die beiden Mädels) von der GIZ - freue mich schon sehr! Wird bestimmt super :)
Am Sonntag ging es dann zurück, was ganz schön anstregend war, weil wir nur in einem ganz kleines Bus Platz gefunden haben und das nach anderthalb Stunden warten. Zu Hause endlich angekommen, ist uns was ganz schön peinliches passiert. Wir wollten eigentlich einkaufen, hatten aber nur noch wenig Geld. Ist ja aber eigentlich kein Problem, hab ja meine Karte. Waren also in dem Supermarkt (der ist super!! Die haben da sogar Kiri und Prinzenrolle! :D ) und haben all unser Geld ausgegeben. Blöd nur, dass beide Automaten in unserer Nähe kaputt waren. Sind also extra zehn Minuten mit dem Zem gefahren zu einer anderen Bank - hatte aber nicht mehr genug Geld darauf - 18ct haben gefehlt, damit ich irgendwas hätte abheben können!
Also zurück zum Supermarkt und betteln, dass wir unseren Einkauf zurückgeben können. Geht aber nicht ... Jetzt haben wir allerdings einen neuen Freund, der Supermarktbestizer hat uns 10 000 CFA geliehen ! Naja, wir sind halt weiß und schnell wieder zu finden ;) Er kommt aus Senegal und ist übrigens auch weiß. Jetzt müssen wir wohl mal mit ihm essen gehen ;)
Sonst hat ja heute meine neue Arbeit angefangen! Und alles schick! Habe schon einen genauen Plan, was ich die nächsten zwei Wochen mache! Werde alle Projekte kennenlernen (wer interessiert ist: www.ongautrevie.org) und wahrscheinlich alles verstehen lernen. Die haben da viel Erfahrung mit Praktikanten und haben sich gut um mich gekümmert :) Bin zuversichtlich, dass das um einiges besser wird - muss jetzt nur leider von 8 - 17 Uhr immer arbeiten :( Aber nun gut, dass nehme ich in Kauf!
Soweit von mir!
Ich denke an euch alle und hoffe, dass die ersten Karten gut angekommen sind :)
Alles Liebe,
eure Kanalratte
| Wartebereich im Krankenhaus |
| Krankenhaus |
| steiler Aufstieg |
| meine netten Pfleger (wirklich nett - so wie bei uns ;) ) |
| typisches Dorfbild |
| typisches Taxi |
| Ein Zimmer der Amazonen |
| traditionelle Tanzverkleidung |
| der König von Abomey |
| Bluuuut! |
| Ausblick vom Berg |
| der neue Graf wird beglückwünscht |
| nochmal ein schöneres Bild von mir in traditioneller Kleidung - mit Kopftuch! |
| mein Kanal und ich! :) |
Freitag, 14. September 2012
| typische abendliche Position ;) |
| ist doch was für dich, Vivi, oder? :D (zum Glück in Noras Zimmer :p) |
| Baden verboten! Die wurden danach auch gleich ermahnt ;) |
| Jeremy und ich |
![]() |
| das traditionell Kostüm - jetzt bin ich eine echte "Béninoise" |
| verwöhnt von Claudes Familie in Cotonou - 9 Teller für 2 Personen ;) |
Arbeit
Arbeit ist hier auf jeden Fall anders. Ihr
habt ja schon von meinem Arbeitsplatz mitbekommen, dass die Einstellung nicht
unbedingt der unseren gleicht. Irgendwie sind manche hier nicht wirklich
gewillt irgendwas zu tun und sitzen die meiste Zeit nur rum. Also, vielleicht
sind sie gewillt, aber es gibt halt einfach nichts zu tun. Allerdings arbeitet
hier auch der Großteil im Gewerbe, also hat einen kleinen Laden. Das ist, habe
ich das Gefühl, eigentlich die Standardantwort, wenn man nach dem Beruf fragt:
commerce!
Auffällig ist auch die Einstellung zur
Pünktlichkeit. Nora und ich sind am Anfang natürlich auf die Minute pünktlich
gewesen – wie man es aus Deutschland gewöhnt ist. Absolut überflüssig! Die
meisten kommen hier prinzipiell zu spät. Ich hab teilweise auf dem Markt 2
Stunden gewartet bis mal jemand von den Betreuerin kam, obwohl ich selber schon
eine halbe Stunde zu spät kam! Aber das ist natürlich nicht immer so, ist ganz
schön schwierig sich auf das richtige einzustellen! Was mir aber gefällt, ist,
dass man bei Regen erst kommen muss, wenn es aufgehört hat. Das ist sehr
praktisch, weil wenn es hier regnet, regnet es richtig doll und man wird auf
jeden Fall nass auf dem Arbeitsweg. Letzte Mal, als ich das noch nicht wusste,
war ich wirklich auf die Knochen nass und hatte zum Glück was zum wechseln
mitgenommen.
Ich möchte jedoch gerechterweise noch sagen,
dass Nora und mir schon aufgefallen ist, entweder man arbeitet nur sehr wenig
und gemächlich oder man ackert wie ein Pferd. Zum Beispiel unser Koordinator
Claude ist nur am Arbeiten oder auch Linda, unsere Köchin, hat sogar ihren Job
jetzt verloren, weil sie immer von uns zum Restaurant hetzen musste.
Was mich erschreckt hat, sind die Gehälter.
Unsere Köchin hat 13 000 CFA bekommen – das sind 20€, für einen Monat,
zweimal am Tag kommen und kochen, Wäsche machen und genau genommen auch putzen.
Den Stundenlohn möchte man sich lieber nicht ausrechnen – sie war jeden Tag
ungefähr 3h hier!!! Wir haben sie nicht unterbezahlt – das sind normale Gehälter.
Richtig gut verdient man erst als Anwalt oder Staatsangestellter.
Nora hat mir erzählt, dass die
Arbeitslosigkeit hier übrigens bei 90% liegt. 10% sind nur fest angestellt, das
sind dann wahrscheinlich auch die, die hier besser verdienen. Der Rest arbeitet
schwarz, kein Wunder, dass der Staat und die Entwicklung hier nicht in Gange
kommen …
Leider arbeiten hier viele Kinder, ich weiß
nicht, ob sich das mit dem Schulbeginn ändern wird, ich hoffe es mal. Vor allem
auf dem Markt verkaufen die Mädchen Dinge, die sie auf dem Kopf umhertragen und
die Jungs sieht man auf Baustellen oder in Werkstätten. Ich habe aber auch
schon einige getroffen, die keine Lust auf Schule haben, obwohl sie die
Möglichkeit dazu hätten. Sie erlernen dann einen Beruf, wie schneidern,
verkaufen oder frisieren, alles Sachen, die es hier wie Sand am Meer gibt! Wenn
man darauf achtet, merkt man auf jeden Fall, was alles hier noch nicht rund
läuft, damit die Wirtschaft in Schwung kommen kann …
Sonntag, 9. September 2012
Wochenende in Cotonou
Hallo mal wieder, :)
tut mir leid, dass ich mich länger nicht gemeldet habe, aber
es gab bisher nicht so viel zu berichten.
Meine Arbeitswoche war wie immer, seit Mittwoch bin ich
wieder im Passarelle und nicht mehr auf dem Markt. Freue mich wieder bei meinen
Mädels zu sein, auch wenn es dort ein bisschen langweiliger ist. Habe mich
mittlerweile richtig gut mit den Mädels angefreundet und wir reden über alles
Mögliche.
Dafür wurde ich jetzt auch schon von der Chefin angemeckert,
die ist vielleicht unsympathisch, kommt nie aus ihrem Büro raus und wenn auch
nur um irgendwas festzustellen, was gar nicht stimmt. Sie meinte nämlich, ich
solle nicht nur mit den Mädels zusammen sein, sondern auch bei den anderen. Das
bin ich allerdings auch, ist halt nur angenehmer mal ein bisschen reden zu
können und nicht nur immer wie mit den Kleinen Zeichensprache zu benutzen.
Naja, Schwamm drüber, bin ja bald weg.
Am Freitag hatte ich viel Spaß, da habe ich mit den Mädels
getanzt und Musik gemacht, das war schön. Zum ersten Mal habe ich mitbekommen,
dass die Kinder wirklich zusammen Spaß hatten und gelacht haben. Irgendwie
traurig, aber wenigstens gibt es solche Momente dort manchmal.
Dann sind wir am Freitag nach Cotonou gefahren, um dort das
Wochenende bei Claudes Familie zu verbringen. Da ist immer viel los und ich
weiß gar nicht, wer dort alles wohnt. Wir haben viel mit den Jungs gemacht, zum
Beispiel mit Jeremy, sozusagen ein Neffe von Claude. Mit dem waren wir in der
Bücherei und ich hab mir ein paar Bücher gekauft, wage mich an Jules Verne! Danach
waren wir noch in einem französischen Zentrum, mit Theater, Bibliothek,
Mediathek und, und, und. Sieht dort sehr westlich aus, man merkt, dass es nicht
von Benin gebaut wurde. Danach waren wir im Touristen-Viertel schlecht hin. Dort
sieht es eigentlich aus, wie bei uns in Südeuropa. Restaurants wie bei uns,
indisch, französisch, chinesisch und sogar Döner gab es da!! Und gaaanz viele
Weiße sieht man dort. Generell ist man in Cotonou aber keine große Attraktion
als Weißer, weil es dort sehr viel mehr gibt. Das ist sehr angenehm, ich habe
nur zweimal „Yovo“ gehört statt wie sonst jeden Tag 30x …
Abends waren wir dann weg mit den Jungs (sind übrigens alle
so in den 20ern), erst in einer Bar mit lauter Musik. Es ist eigentlich wie bei
uns und im Nachtleben sind die Leute auch größtenteils gekleidet wie wir. Zum
ersten Mal habe ich eine Frau mit richtig kurzem Kleidchen gesehen! Und ich
habe mal wieder Bier getrunken, seit über einem Monat! Natürlich kein Vergleich
zu unserem, aber trotzdem nicht schlecht! Das wird hier in riesigen Flaschen
serviert, mit 630ml, da braucht man schon ne Weile ;)
Danach waren wir noch in einer anderen Bar, die aber mehr
wie ein Biergarten war und dadurch nicht ganz so dunkel und auch ein bisschen
fröhlicher. Ich war nur leider viel zu müde, um das wirklich genießen zu können
…
Nach drei Stunden Schlaf ging es dann heute früh in die
Kirche, diesmal zur protestantischen Messe. Dort wollte uns niemand gleich
bekehren, ein Glück! Ich hab leider nicht viel verstanden, aber trotzdem war es
interessant. Hier wird sehr viel getanzt und gesungen während der Messe,
weshalb die auch zwei Stunden dauert. Auch die Kirche ist anders als bei uns,
sieht eigentlich mehr aus wie eine riesige Garage, die ein bisschen geschmückt
ist und mit Plastikstühlen und Bänken bestückt ist. Einen wirklichen Altar gibt
es auch nicht, aber dafür eine komplette Ausstattung für eine Band. Und hier
machen sich alle sehr schick für die Kirche, mit hohen Absatzschuhen und tollen
Kostümen.
Danach haben wir erstmal noch ein bisschen geschlafen, um
dann zum Privatstrand „Obama Beach“ zu gehen. Es war sehr schön am Meer, auch
wenn Baden hier verboten ist, da es zu gefährlich ist aufgrund der Strömung.
Der Strand ist sehr breit und das Wasser ist schön, wenn auch sehr wild. Da war
ich auf jeden Fall schon ein bisschen betrübt, dass wir hier in Porto-Novo
keinen Strand haben, das könnte ich öfters haben!
Alles in allem war es ein sehr schönes Wochenende, wenn auch
nicht erholsam.
Zu Hause angekommen, geht die Beerdigung leider immer noch
weiter. Bald drehe ich durch …
Euch trotzdem eine gute Nacht und bis bald mal wieder :)
Eure Pauline
P.S.: Fotos folgen, haben momentan einen Virus auf dem PC …
Sonntag, 2. September 2012
abenteuerliches Wochenende
Oh Gott, wo fang ich nur an? Was für ein Wochenende!
Naja, ganz von vorne:
Erstmal war ich am Donnerstag ein bisschen krank! Juhu, meine ersten Verdauungsprobleme, aber das war natürlich klar ... Aber jetzt ist wieder alles fit und morgen gehts wieder zur Arbeit!
Leider habe ich unseren Koordinator Claude so in Aufruhe versetzt, dass er am Freitagnachmittag alle Termin abgesagt hat und so schnell wie es ging zu uns kam, ich glaube er hat einfach ein bisschen was falsch verstanden und dachte wir müssten gleich ins Krankenhaus, das hat er sogar vorgeschlagen!
Wie dem auch sei, jetzt ist alles wieder gut.
Am Freitagabend waren wir noch auf einem Musikfestival, welches sehr schön war. Auch wenn die Technik nicht besonders gut war, aber trotzdem ein Erlebnis.
Als wir abends nach Hause kamen, ging das Unheil schon los: Eine Beerdigung wurde gerade gefeiert, so eine Feier dauert drei Nächte und ist verdammt laut, ich habe die letzten zwei Nächte nicht besonders gut geschlafen, zu dem es jetzt auch schon zwei Feiern sind...
Am Samstag ging es dann erstmal zum Markt nach einer schlaflosen Nacht und dort haben wir mit Linda eingekauft, sie möchte nämlich deutsch kochen lernen, was sich hier sehr schwierig gestaltet, weil es hier natürlich andere Sachen gibt als bei uns und man nicht alles findet, was man braucht ...
Danach waren wir noch mit Madiath, meiner Freundin vom Markt, Stoff kaufen für ein traditionelles Kostüm, morgen ist es fertig! Nora und ich sind schon sehr aufgeregt :) Mache dann gleich ein Foto für euch!
Und dann gings ja los! Oh mein Gott ... Malikath, unsere Nachbarin, hat uns ja vorgeschlagen mal mit in die Moschee zu kommen, wir beiden fanden das super, weil wir beide in Deutschland keine muslimischen Freunde haben.
Also, Kopftuch um, tradtionell waschen und ab zur Moschee. Nora und ich müssen ein herrliches Bild abgegeben haben: zwei weiße Frauen mit Kopftuch zu zweit auf einem Moped durch Porto-Novo! Schade, dass ich das nicht fotografieren konnte, hätten wir bestimmt immer mal was zum Lachen gehabt!
Dann haben wir mit Malikath gebetet, war sehr interessant mal mitzumachen. Nur leider, haben alle unsere Absichten falsch verstanden... Nach dem Beten haben sich die Frauen zu uns gesetzt und der Imam mit seinem Sohn und angefangen uns zu erklären, was man alles beim Islam beachten muss.
Die vier Etappen im Leben, wann man genau beten muss und dass man nach der Konvertierung wie neugeboren ist, da alle vorangegangen Sünden vergeben werden. Irgendwann ist der Groschen bei uns gefallen - die dachten wir sind konvertiert! Ich habe jetzt auch einen islamischen Namen, weil Pauline natürlich mal gar nicht geht - "Rodiath" (wie das Mädchen vom Markt).
Dann haben wir noch das Vater-Unser für den Islam aufgeschrieben - hat jemand Interesse?! Und ich weiß jetzt auch, wie man konvertiert!! Das geht nämlich ganz einfach, kann man auch fix zu Hause machen: 3x Hände, 3x Mund, 3x Nase, 3x Gesicht, 1x Scheitel, 3x rechter Arm, 3x linker Arm, 3x rechtes Bein, 3x linkes Bein, 3x rechter Fuß, 3x linker Fuß und dazu einen Spruch aufsagen! Wer möchte, kann sich gerne melden ;)
Das klingt jetzt vielleicht alles nicht so schlimm, aber es war das unangenehmste, was mir je passiert ist! Wir saßen da und alle dachten, wir wollen den Islam als unsere Religion annehmen und alle waren ganz aufgeregt. Und keiner hat verstanden, dass wir nur aus Interesse da waren. Wir waren so, so froh, als wir dort wieder draußen waren. Nie wieder geh ich da hin!!!
Heute waren wir in einem Museum "Musée da Silva" - war nicht gerade spannend, die Museen sind hier nicht besonders gut ausgestattet und das ganze war eigentlich nur von einem Mann Silva und seiner Familie mal das Domizil und da ist jetzt einfach jede Menge Quatsch ausgestellt. Von Fotoapparaten über mumifizierte Tiere bis hin zu eigentlich schon pornographischen Fotos von Frauen...
Danach waren wir noch mit einer Gruppe Belgiern in dem "Jardin du Plant", waren schon schöne Pflanzen dabei, aber auch nicht besonders liebevoll gestaltet ...
Dann waren wir bei meinem Mädels im Passerelle - das war schön, haben sich alle ganz, ganz doll gefreut mich wiederzusehen und waren auch ganz begeistert beim Foto machen dabei - kennen die hier ja nicht ... Ein bisschen geärgert habe ich mich heute über die Betreuerin, das eine Mädchen Rebecca hatte am Mittwoch Geburtstag und ich habe ihr eine Kette geschenkt. Sie gehört nämlich auch zu den Mädchen, die keine Familie mehr haben und die ganzen Ferien (3 Monate) nur in diesem Passerelle hockt ... Sie tat mir leid und sie war wirklich nett zu mir. Also hab ich der Betreuerin am Donnerstag das Geschenk mitgegeben und heute habe ich erfahren, dass sie deswegen Ärger bekommen hat und die Kette nicht angenommen hat. Weil die dachten, sie hat mich darum gebeten, ihr was zu kaufen ... Das finde ich kacke, ich wollte ihr doch nur eine Freude machen ...Naja, jetzt bin ich schlauer für das nächste Mal ...
Jetzt bekommt ihr noch ganz viele Fotos und dann versuche ich zu schlafen, trotz dieser dummen Beerdigungsfeier ...
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