Hallo meine Lieben,
ich hoffe euch geht es allen gut :)
Hier ist es sehr aufregend. Ich wohne nicht wie gedacht in einer Gastfamilie, sondern alleine mit dem Mädchen (Nora) in einem Appartement, welches aber sehr gut ausgestattet ist. Immerhin haben wir eine Toilette, eine eigene Dusche, Gas und sogar eine eigene Küche.
Seit gestern haben wir sogar Internet, so dass ich euch jetzt öfter mal berichten kann.
Ich wohne in Porto Novo, die eigentlich Hauptstadt, welche 20km von der großen Stadt Cotonou entfernt ist. Hier ist es etwas ruhiger als in Cotonou, es gefällt uns hier beiden sehr gut.
Ich habe schon viele Leute kennengelernt, die Familien sind hier wirklich immer riesig und auch sehr verstrickt, die mittlere Generation lebt noch sehr in der Polygamie und die Männer haben teilweise 3 Frauen, die Großväter sogar bis zu sieben! Dementsprechend viel Verwandtschaft gibt es auch.
Neben uns wohnt eine muslimische Familie mit der wir uns sehr gut verstehen. Ich hab von ihnen schon sogar ein Lied gelernt und wir haben auch schon geklärt, dass ich den kleinen Bashiru heiraten werde.
Die Kinder sind wirklich sehr lieb und aufgeschlossen, allerdings für mich manchmal schwer zu verstehen. Generell ist es mit der Sprache etwas schwierig und unsere Köchin sowie unseren Ansprechpartner, ein Freund von unserem Koordinator Claude, verstehe ich gar nicht. Ich habe gelernt viel zu nicken und zu lächeln, aber zum Glück kann Nora viel besser französisch als ich und so schlagen wir uns gemeinsam durch.
Heute machen wir großen Haushaltsputz in unserer Wohnung, waschen und räumen auf.
Die restlichen Tage haben wir mit Besorgungen verbracht. Internet besorgt, Fahrrad gekauft, im Supermarkt gewesen, meinen Arbeitsplatz besucht usw.
Ab Montag geht das schon für mich los. Freue mich schon sehr, auch wenn ich nicht weiß, was auf mich zukommen wird. Kann euch dann berichten :)
Mit den Lebensumständen komme ich ansonsten gut klar. Nicht jeder Haushalt hat eine Toilette, was ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist. Auch die Dusche ist zum Beispiel immer kalt und wir waschen natürlich per Hand. Als ich angekommen sind und wir die Familie von Claude besucht haben, habe ich mich erstmal ganz schön erschrocken, wie ärmlich das hier aussieht. Aber daran gewöhnt man sich schnell. Die Wohnungen oder Häuser sind immer ser spartanisch eingerichtet, ohne Deko und sonst was.
Die Straßen sind auch schlecht befahrbar, zumindest die Nebenstraße. Man wird immer ganz schön durchgeschüttelt, wenn man im Auto sitzt und hier wurde von uns niemand mit seinem geliebten Audi langfahren ;)
Weitverbreitet sind hier sowieso eher die Motoräder und Mopeds. Es gibt hier die sogenannten "Moto-Taxis", das heißt ein Mann nimmt die auf seinem Moped mit. Ich schließe dann öfter die Augen und hoffe einfach, dass ich heil dort ankomme, wo ich hin will. Der Straßenverkehr ist hier schließlich sehr chaotisch und es gilt die Regel, der Stärkere gewinnt. Ich bin also mit meinem Fahrrad ganz weit unten auf der Liste, aber ich werde es schon irgendwie hinkriegen.
Die Autos sind generell in einem katastrophalen Zustand. Die meisten sind Gebrauchtwagen aus Europa, gestern habe ich zum Beispiel einen Jeep gesehen mit "Ruhrpott" als Aufkleber in der Heckscheibe. Da fühlt man sich gleich ein bisschen mehr zu Hause.
Mit dem Essen ist ganz okay. Es schmeckt nicht alles, aber man wird satt. Allerdings esse ich nicht sehr viel und die Leute denken schon ich bin krank. Dabei sind die Portionen einfach nur viel zu groß!! Und das in Afrika ;) Hier ist man viel und gerne, das erwartet man also auch von uns.
Aber ich werde sie schon noch überzeugen können, dass ich nicht krank bin.
Ich werde euch bald auch ein paar Fotos von der Wohnung und Nora zukommen lassen :)
Ich vermisse euch alle und hoffe, ihr habt mich noch nicht vergessen ...
Alles Liebe nach Allemagne!!
Eure Pauline
Hallo Schnuffel, das war ein sehr gelungener Beginn deines Blog vor Ort. Vielen Dank dafür.
AntwortenLöschenWir haben viele Fragen, wollen aber erstmal nur die wichtigsten los werden:
Warum seid ihr nicht bei der Gastfamilie gelandet?
Arbeitet ihr in Cotonou, wann ja wie kommt ihr dort hin? Hoffentlich nicht mit dem Fahrrad?
Wie war der erste Eindruck vom Arbeitsplatz?
Passt das Moskitonetz? Schon viele gesichtet?
Genug genervt, wir sind sehr froh, daß der Start offensichtlicht gelungen ist.
Wir vermissen dich auch schon.
Sei lieb gegrüßt von
Mama & Paps
Hi Pauli,
AntwortenLöschenschöne erste Eindrücke und schöne erste Bilder.
Mehr davon! :-)
Alles Gute weiterhin,
lg, René