Freitag, 31. August 2012

Faszination weiß


Als Weißer ist man hier natürlich eine absolute Sensation! Man fällt natürlich, überall und zu jeder Zeit. Bemerkbar macht sich das durch viele „Yovo“-Schreie, was so viel bedeutet, wie „Klarer“ auf Fon. Wirklich, wirklich jeder, schreit am das hinterher. Egal, ob man gerade an ihnen vorbeiläuft oder auf dem Mofa sitzt. Die meisten wollen natürlich dann noch von einem wissen, wie es geht. Wenn die Leute nett sind und nicht aufdringlich, grüße ich auch schon mal zurück, aber größtenteils muss man das einfach ignorieren, weil man sonst eine Macke kriegen würde. Nora und ich haben uns aber auch schon ertappt, dass selbst wir uns immer über Weiße freuen und immer hingucken, weil so oft kriegt man die natürlich hier zu sehen ;)
Süß sind aber manche Kinder, die ihren typischen Vers „Yovo, Yovo, Bonsoir, ca va bien, merci!“ (Yovo, yovo, guten Abend, mir geht’s gut, danke!) aufsagen, da grüßt man doch schon mal eher zurück.
Die Kinder finden einen natürlich am allermeisten interessant. Meine Mädels im Center haben am Anfang gar nicht mehr aufgehört mich anzufassen. Sie waren total fasziniert von meinen Muttermalen, wie meine Haut aussieht, wenn sie rot wird, meine Fingernägel (die finden hier alle sehr hübsch), meine Wunden und vor allem meine Haare. Die fasst hier ja sowieso jeder an und fummelt daran rum, also wie zu Hause ;) Die lieben es mir Frisuren zu machen, sei es auch nur ein Zopf. Und alle beneiden mich um meine Haare, weil die sind viel weicher und seidiger als die hier, allerdings lassen sie sich auch nicht zu so tollen Kunstwerken hinzaubern.
Unten könnt ihr das Ergebnis von Donnerstag sehen, welches mir die zwei Zwillinge auf dem Markt hingezaubert haben (Madiath und Radiath).
Allerdings muss ich auch zugeben, dass für mich die andere Hautfarbe auch etwas Neues ist. Zum Beispiel wusste ich gar nicht, dass die Haut nach einer Verletzung, zum Beispiel einer Verbrennung, erstmal weiß ist und später erst wieder dunkel wird! Oder auch die Babys werden mit relativ heller Haut geboren, die Hände und Füße haben fast die gleiche Farbe wie wir :)
Ich werde mich aber auf jeden Fall noch daran gewöhnen müssen immer im Mittelpunkt zu stehen, weil das ja höchstwahrscheinlich nicht abnehmen wird … 

haben die Mädchen doch schön gemacht, oder? 

wie gesagt meine Haare werden hier sehr gerne angefasst :)

neue Eindrück für euch :)

kleine Sightseeing-Tour letzten Sonntag
Malstunde letzten Samstag :)
mal wieder netter Besuch!
Samila - sie lebt bei unseren Nachbarn, ihre Eltern leben auf dem Land
mein kleiner Altar :) So kann ich immer gut einschlafen!


Sonnenuntergang vor unserem Haus - so schön ist es jedes Mal :)

Malikath wäscht - wie eigentlich jeden Tag



Unser kleiner Dauergast - Hubert


Dienstag, 28. August 2012

Neue Woche, neuer Versuch


Leider ist der auch nicht viel besser gewesen. Ich habe mich am Montag schon sehr gefreut, als es hieß, mein Programm werde jetzt beginnen und ich zusammen mit einem Mitarbeiter zum Markt gefahren bin.
Dort hat er mich an einer Zweigstelle des „Passarelle“ abgesetzt, welche sich um Straßenkinder kümmert. Dort haben sie die Möglichkeit sich zu waschen, verarztet zu werden und in der Mini-Schule etwas zu lernen.
Leider hat sich an meiner Aufgabenzuteilung nichts geändert, ich habe weiterhin nicht wirklich etwas zu tun. Es ist aber nicht so, dass die Betreuer schwer beschäftigt sind, die sitzen meistens auch nur rum. Die einzige produktive Sache, die ich gemacht habe, war, etwas an die Tafel zu schreiben, weil die Kinder nebenbei das „j“ lernen sollten.
Es ist allerdings ein bisschen schwierig den Kindern etwas beizubringen. Die meisten Kinder sind damit beschäftigt etwas auf dem Markt zu verkaufen und sind deshalb nicht unbedingt immer lange da. Oder sie gehen zur Schule, das heißt, sie wissen bereits das meiste, was man ihnen versucht zu erklären. Und die wirklichen Straßenkinder, welche eigentlich nur Jungs sind, sofern ich das überblicken konnte, interessieren sich nicht dafür oder sprechen nur schlecht französisch.
Eigentlich sind die Kinder bisher immer sehr nett zu mir gewesen und sehr offen.
Die Straßenjungs sind allerdings sehr aggressiv und machen mir ein bisschen Angst. Ich verstehe ja nicht, was sie sagen, aber sie scheinen wegen jedem bisschen aus der Haut zu fahren und fangen an sich zu schlagen. Aber ich meine wirklich schlagen, ungefähr alle 10 Minuten prügelt sich jemand. Es ist für mich sehr schwer an die Jungs ranzukommen und ich probiere es nur geringfügig.
Heute habe ich allerdings mit ein paar Kindern schreiben und Zahlen geübt. Es haben sich alle sehr gefreut und waren mit großem Eifer dabei. Wir haben das bestimmt anderthalben Stunden gemacht und keiner hat den Spaß daran verloren. Einer der Straßenjungs kam dann auch hinzu und hat beim Rechnen sich sogar richtig angestrengt. Man merkt also schon, sobald sie intensive und aufrichtige Aufmerksamkeit bekommen, machen sie auch mit. Sie lassen sich allerdings sehr schnell von ihren Kumpels ablenken.
Ansonsten habe ich mich mit drei Mädels angefreundet, die neben der „Schule“ einen Stand mit Schmuck haben. Sie basteln die Ketten selber und verkaufen sie dann. Alle sind sie 22 Jahre alt und zwei von ihnen sind Zwillinge. Die eine hat mir heute eine Kette gebastelt und mir geschenkt, das finde ich sehr lieb von ihr. Die ist wirklich süß!
Außerdem habe ich heute gleich drei Heiratsanträge bekommen, einen von einen der Mädels, den anderen von ihrem Bruder und den dritten von einem ungefähr 50-jährigen Mann. Also, vielleicht hab ich doch noch Chancen auf eine Heirat hier ;) Aber ich heirate natürlich auch gerne dich, Lischen J
Da ich aber im Allgemeinen unzufrieden bin mit meinem Projekt, habe ich heute mit meinem Koordinator Claude gesprochen. Wir haben uns darauf geeinigt, dass ich noch drei Wochen dort bleibe, damit ich eine Praktikumsbestätigung bekommen kann. Danach wechsle ich zu einer NGO (eine nicht-staatliche Organisation), die sich, soweit ich verstanden habe, auch mit Mädchen beschäftigt. Morgen redet ein Mann, den Claude beauftragt hat, mit dem Chef dort und dann weiß ich, ob das wirklich klappt.
Das wäre echt schön, weil ich langweile mich viel… Und es macht wirklich keinen Spaß jeden Morgen so früh aufzustehen, um doch nur wieder bei der Arbeit rumzusitzen und nichts zu tun.
Ansonsten fühle ich mich sehr wohl und komme immer bisher zurecht. Wenn die Arbeit jetzt noch besser wird, merke ich schon, wie die vier Monate verfliegen werden!
Ab morgen habe ich hoffentlich wieder ein richtig laufendes Fahrrad und auch sonst wendet sich alles dem besseren zu :) Ich hatte heute irgendwie einen optimistischen Tag :)
Allerdings hoffe ich, dass der Fluch der kaputten Sachen langsam mal aufhört. Mein Fahrrad, der Fernseher, die Autobatterie, mein Handy, der Ventilator im Wohnzimmer, mein Ventilator, der Kühlschrank und heute früh ging der Wasserhahn im Hof nicht mehr zu. Zum Glück konnten wir den Haupthahn zu stellen, sonst wäre uns noch was ins Wohnzimmer geflossen!
Also, hoffentlich wird morgen wieder alles ein bisschen weniger chaostisch :)

Alles Liebe,
eure Pauline

Montag, 27. August 2012

Essen


Euch interessiert sicher alle, wie das Essen hier ist.
Also, zunächst gibt es hier immer sehr, sehr viel Fisch. Bekocht werden wir hier ja von unserer Köchin Linda, die zum Glück das Essen zumindest ein wenig auf uns ausrichtet.
Das traditionelle Pâte ist wirklich nicht mein Fall, ist halt entweder Maismehl oder Yammehl (eine Wurzel) mit Wasser. Tut mir sehr leid, auch wenn das hier das Nationalgericht ist, aber damit kann ich mich nicht anfreunden.
Ansonsten wird hier sehr viel mit Tomaten (welche es in Massen gibt) und Zwiebeln gekocht, entweder als Sauce, als Beilage oder im Omelette, was wir hier auch ständig essen.
Wir essen hier meistens eigentlich Nudeln, Reis oder Couscous mit Fleisch oder Fisch. Wir essen zwar schon öfter mal was anderes, aber irgendwie ist es immer das gleiche.
Lecker sind hier aber die selbst gemachten Pommes oder auch die frittierten Yam (schmecken fast genauso). Mit Gewürzen wird hier allerdings gespart, die haben hier glaube ich nur Salz, Pfeffer, eine Gewürzmischung, etwas zum scharf machen und natürlich Maggy!
Alles in allem, man wird satt. Aber hier muss man sich anstrengen satt zu werden! Das Fleisch und der Fisch müssen hier selbstständig noch auseinander genommen werden und sind nicht so schön zurechtgeschnitten, dass man sie sich einfach nur noch in den Mund schieben muss. Hier muss man immer mit einer Gräte, einem Knochen oder einem dicken Knorpel im Mund rechnen. Das find ich ziemlich anstrengend.
Auffällig ist auch, dass hier generell jeder alles aufisst. Ich glaube, den Kindern wird einfach nicht beigebracht etwas nicht zu mögen. Und natürlich wird meistens mit der Hand gegessen, Löffel werden hier natürlich auch benutzt.
Zumindest glaubt man nicht mehr, ich sei krank, weil ich mich langsam an das Essen hier gewöhnt habe ;)

Sonntag, 26. August 2012

Markt


Der Markt ist megachaotisch, aber trotzdem sehr schön auf seine Art und Weise. Hier bekommt man eigentlich alles, wenn man nur ordentlich sucht: von Ananas über Waschmittel bis hin zu Ventilatoren. Viele Sachen werden gebraucht verkauft und kommen aus Europa, sogar die Handtücher, die von hier sind aber wirklich nicht zu gebrauchen! Eigentlich kommt alles von uns, was man hier nicht günstig anbauen kann. Das macht natürlich den örtlichen Handel kaputt, aber es muss ja immer billig sein … Betrogen wird man hier, wenn es um Lebensmittel geht selbst als Tourist nicht. Geht auch schwer bei den kleinen Preisen! Eine Ananas (die sind hier übrigens auch kleiner, als bei uns) kostet 25F – das sind drei Cent! Dazu wird sie auch gleich geschält und in mundgerechte Stücke zerteilt. Und dabei schmeckt sie auch noch tausend Mal besser! 
Und ständig wird einem hinterhergeschnalzt, was hier allerdings nicht unhöflich ist! Oder sie halten einem was unter die Nase und halten dich fest - sehr aufregend auf jeden Fall!
Aber ich bin denoch froh, einfach in einen Supermarkt gehen zu können und alles an Ort und Stelle zu haben.
Hier muss man immer erstmal eine Weile suchen ;)

Freitag, 24. August 2012

Tiere


Auf den Straßen hier wimmelt es nur so von Tieren: Hunde, Hühner, Enten, Kühe und Ziegen. Alle laufen sie frei herum und halten auch schon mal den Verkehr auf. Das kann ziemlich lästig sein, aber niemand will ja so ein süßes Küken überfahren!
Was auffällig ist, dass die Tiere hier viel kleiner sind, da sie nicht überzüchtet sind. Die Kühe sind hier gerade mal so groß wie in kleines Pony und haben auch keine dicken Euter, wenn auch die uns bekannten schwarzweißen Flecken. (Mach bald mal ein Foto!)
Die Nicht-Nutztiere fallen hier kaum auf, außer den Geckos, die überall herumhuschen. Eklig sind allerdings die Wespen, die sehen ganz anders aus und sind groß und schwarz. Von denen will man wirklich nicht gestochen werden!
Die Vögel sehen auch anders aus und sind aber sehr schön, aber machen auch ordentlich krach. Aber man will sich ja eigentlich nicht beschweren, wenn man von Vogelgesängen aufgeweckt wird, oder? ;)

Alltagsbericht


Hallo, ihr Lieben!

Die letzten Tage waren wenig aufregend, der Alltag stellt sich ein. 6.30 Uhr aufstehen, zur Arbeit, dort den Tag verbringen, zurück, putzen, auf das Essen warten, lesen und schlafen gehen.
Zum Glück ist jetzt erstmal Wochenende!! Nora und ich freuen uns auf das Ausschlafen und endlich mal die Sachen machen zu können, die wir unter der Woche nicht hinkriegen. Markt, Post, Handyladen etc.
Meine Arbeit ist momentan leider wenig spektakulär und ich habe mich immer viel gelangweilt. Die Kinder sind natürlich weiterhin sehr lieb zu mir und freuen sich immer mich zu sehen. Ich bin „Tata Pauline“, Tata bedeutet so viel wie „Respekt“.
Die meisten kann ich nicht verstehen und wir verständigen uns mit Zeichensprache, aber man muss beim Spielen und Kuscheln ja auch nicht unbedingt reden.
Die Geschichten der Kinder und Mädchen machen mich sehr traurig. Es nicht schön von einem 14-jährigen Mädchen zu hören, dass sie gerne sterben möchte. Viele Mädchen wurden von ihren Eltern verstoßen und sind deswegen dort hingekommen. Sie leiden darunter keine liebenden Eltern zu haben und werden zu dem noch aufgezogen von denen, die in den Ferien zu ihren kommen. Ich weiß immer nicht, was ich da sagen soll, weil ich das ja nicht kenne. Ich versuche sie irgendwie zu trösten, aber ich glaube, solch eine Trauer kann man nicht nehmen. Zumindest haben sie in mir eine neue Freundin gefunden und sie haben mich alle sehr gern. Mit der Verständigung hapert es manchmal ein bisschen, aber das wird sich schon noch bessern.
Ein kleines Mädchen habe ich besonders gern, sie ist erst zwei und kann eh noch nicht richtig sprechen. Sie ist ein richtiger Sonnenschein und lacht sehr viel, das ist wirklich niedlich. Sie wurde von ihren Eltern misshandelt und sie haben ihr wohl die Füße mit Feuer verbrannt, zum Glück kann sie immer noch lachen.
Ab Montag kann ich dann hoffentlich besser hinter die Kulissen schauen, weil dann geht mein Praktikum wohl wirklich los! Ich hatte schon Sorge, dass das immer so weiter geht, aber ich werde sehen, wie ich damit zu recht komme. Bei der heutigen Versammlung habe ich nur wenig verstanden, aber vielleicht auch vor allem, weil ich noch nicht mitbekommen habe, wer die alle genau sind und was da immer besprochen wird. Ab Montag bin ich schlauer!

Zu Hause haben wir auch so unsere Problemchen, die wir noch lösen müssen. Es nervt ziemlich, dass wir eine Köchin haben. Unsere Küche ist zwar sehr spartanisch und wir hätten sicher unsere Probleme am Anfang was tolles zu zaubern, aber erstens ist es sehr anstrengend immer auf jemanden warten zu müssen, wenn man Hunger hat, weil die Köchin (Linda) auch noch ein Restaurant nebenbei hat und natürlich nicht rund um die Uhr für uns da sein kann und zweitens ist es mir auch ziemlich unangenehm so bedient zu werden. Nora und ich kommen uns einfach falsch dabei vor, dass wir als Weiße hier herkommen und erstmal unsere Diener hier haben. Sie putzt nämlich noch und wäscht teilweise unsere Sachen – dabei können wir das doch auch alleine!
Zu dem rennen hier ständig die Nachbarskinder rein und raus, wie es ihnen gefällt. Leider funktioniert unser Fernseher wieder, womit sie einen weiteren Anziehungspunkt haben. Wir haben hier selten unsere Ruhe und das ist ganz schön nervig, wenn man abends sich auch mal ausruhen möchte, einfach mal Mails schreiben ohne, dass jemand einem über die Schulter guckt oder mal in Ruhe Tagebuch schreiben möchte.
Ein Junge – Hubert, 17 Jahre – denkt sogar, glaube ich, dass jetzt hier mitwohnt. Er kommt und geht mit uns nur schlafen tut er hier nicht, aber dafür bleibt bis wir wirklich erst ins Bett gehen. Am Anfang war das ja noch zu ertragen, weil er aus Höflichkeit Linda das Abwaschen abgenommen hat, aber langsam wird das sehr aufdringlich. Er nimmt sich auch einfach ohne Sachen, ohne zu fragen. Wir übernehmen das Abwaschen jetzt sowieso alleine und er kann auch sich mal ein bisschen zurückziehen.
Das müssen wir auf jeden Fall noch in den Griff kriegen …
Außerdem müssen wir es irgendwie noch schaffen Nora die ganzen Verehrer vom Hals zu halten! Zum Glück hab ich hier eigentlich nur mit Mädchen zu tun und bin auch noch nicht im heiratsfähigen Alter ;)
Im Großen und Ganzen geht es mir hier aber sehr gut, nur das mit der Arbeit sollte sich dringend ändern.
Die anderen Lebensumstände kriegt man schon gar nicht mehr mit. Freue mich zwar jetzt schon mal wieder auf ein warmes Bad, aber schlimm ist es nicht. Na gut, die Waschmaschine fehlt mir ziemlich, aber sonst geht es :)
Wir haben jetzt auch einen Kühlschrank! Wir haben uns ziemlich gefreut, weil hier verdirbt alles innerhalb von einem Tag - endlich haben wir nun einen Kühlschrank!!
Abenteuerlich sind allerdings die Stromausfälle! Das kommt ungefähr ein- bis zweimal die Woche vor für 5 Minuten, man erschreckt sich ganz schön, weil man plötzlich einfach im Dunkeln sitzt – also, richtig duster! Aber schlimm ist das an sich nicht, geht ja immer schnell wieder vorüber.
Stolz bin ich allerdings, dass ich noch soweit gesund bin! Kein einziger Stich, keine Verdauungsprobleme und kein Sonnenbrand! Das ist auch momentan ein bisschen schwer, weil es nicht wirklich heiß ist und oft bewölkt. Hier haben wir ungefähr immer 25 Grad, was sehr angenehm ist. Abends wird es immer ein bisschen stickig, aber morgens friert man sogar – also, Duschen gehe ich jetzt nicht mehr morgens, das ist für mich wirklich nicht machbar!
Los geht hier die nächste Trockenzeit so gegen Ende Oktober – kriege ich also nicht mehr ganz so viel von mit. Bin momentan also nicht besonders neidisch auf euer Wetter ;)
Der Regen kann hier sehr heftig werden und die Straßen sind dann wie ausgestorben. Letztens mussten wir im Regen zur Arbeit – nicht so lustig auf einem Moped. Ich war klitschnass bis auf die Haut! Aber hier darf man zum Glück später kommen, wenn es regnet – was sehr praktisch ist. Bin ich schlauer für das nächste Mal!

So, nun erstmal genug von mir :)
Vielen Dank noch mal für eure Mails und Kommentare, freue mich immer sehr darüber und versuche sie auch immer in meinen Texten zu beachten!
Viele Küssen an die, die sie wollen :)

Eure Pauline

P.S.: Es ist schön euch zu haben! Bei dem Leid, was ich hier sehe bin ich froh so tolle Eltern, eine liebe Familie und so liebe Freunde zu haben! DANKE


Dienstag, 21. August 2012

Kinder


Was hier besonders auffällt, ist, dass die Kinder hier sehr fleißig sind. Und nicht so wie bei uns, wo die Hilfe schnell lästig werden kann. Sie machen einfach vieles alleine. Waschen ihre Schüsseln ab, fegen von alleine den Hof oder helfen den Eltern auf dem Markt beim Verkauf. Und mit Kindern meine ich wirkliche Kinder. Die fangen damit schon im Alter von zwei Jahren an! Irgendwas machen wir falsch…

... Hoffentlich bleibt das nichts so ...

Hallo!

Ich habe mir überlegt, dass ich euch neben meinen Berichten von meinem Alltag, euch regelmäßig ein paar Sachen über hier schreiben, die mir so auffallen und die euch interessieren könnten :)

Aber jedes Mal nur eine Kleinigkeit, damit es auch die ganze Zeit reicht ;)

Besonderes ist bisher nichts passiert seit meinem letzten Bericht. Nur, dass meine Arbeit leider ziemlich langweilig ist. Ich hatte ja gehofft, dass ich heute nicht nur rumsitze würde, aber leider war das so. Ich bekomme irgendwie keine richtigen Aufgaben zugeteilt. Ich hoffe inständig, dass sich das noch ändert, weil ich habe keine Lust hier 3 Monate nichts zu tun. Das hatte ich schon lang genug in Deutschland...
Morgen ist aber ein Fest, vielleicht wird dann ein bisschen mehr für mich los sein!
Heute habe ich das Fahrrad notgedrungen stehen gelassen und bin mit dem Taxi gefahren! Was für ein Luxus!! Auch, wenn der mich natürlich erstmal abgezogen hat, anstatt die vereinbarten 100F hat er einfach die 200F-Münze behalten und meinte, das ist schon okay so.

Ansonst kriegen wir heute unseren Kühlschrank und gehen unsere Fahrräder reparieren - Noras ist nämlich auch kaputt, welch Wunder...

Alles Liebe nach Deutschland, wie immer :)

Montag, 20. August 2012

Erster (Arbeits)Tag bei den Mädchen

Ich war ganz schön aufgeregt gestern Abend und hatte ziemlichen Respekt vor allem erstmal vor dem Weg. Ich fahre ungefähr 25 min mit dem Fahrrad, allerdings auch über einen Berg, weshalb ich teilweise nur so schnell wie ein Fußgänger bin :) Liegt wohl an meiner Untrainiertheit, aber nicht nur, auch am Fahrrad!! Das ist nämlich leider ziemlicher Schrott, wie sich jetzt herrausgestellt hat. Ein bisschen ärgerlich.
Aber das interessiert euch ja wahrscheinlich gar nicht ;)

Begonnen hat der Tag mit meiner Vorstellung und Begrüßung vor den etwa 30 Mädchen. Ich würde sagen von 2 bis 16 Jahre alt. Am Ende haben sie mir alle einen Kuss zugeworfen, was ich sehr süß fand.
Danach haben sie gelernt, was "Politesse", also Höflichkeit bedeutet.
Manchmal ist es für mich ein bisschen schwer zu verfolgen, was sie reden, wenn sie in der Gruppe sind, da die Kleinen kein Französisch sprechen, sondern nur ihre Muttersprache "Fon".
Danach haben wir Lesestunde gemacht, wo sich ein Mädchen zu mir gesellt hat, ungefähr 12. Mit hier habe ich mir sehr gut angefreundet und sie hat heute viel Zeit mir mir verbracht. Sie hat mir ganz viel vorgelesen, zum Beispiel "Rotkäppchen". Danach hing ich ein bisschen in der Luft und die Chefs haben sich nicht wirklich um mich gekümmert. Geht wohl morgen erst los.
Aber ich habe viel mit den Mädchen gekuschelt und gespielt. Sie sind ganz fasziniert und sehr zuneigungsbedüfrtig. Die spielen viel mit mir rum und fummeln in meinen Haaren. Eine ist auch in meinem Schoß eingeschlafen, was sehr niedlich war.
Bevor ich gegangen bin, haben wir noch Abendbrot gekocht. Ich habe geholfen das Nationalgericht zu kochen "Patt" (oder so^^) , das heißt Maismehl und Wasser zusammen kochen als Beilage. Klingt einfach, aber nicht für 40 Leute! War auf jeden Fall sehr aufregend alles heute, wenn auch noch sehr entspannt.
Morgen gehe ich wohl mit zum Markt, so weit ich es verstanden habe und am Mittwochen ist ein Fest. Ich glaube sogar wegen mir, bin mir aber sehr unsicher ;) Verstehe die alle nicht immer zu 100%, aber morgen werde ich sicherlich schlauer sein.
Alles in allem bin ich sehr zufrieden und fühle mich dort sehr wohl.
Morgen oder übermorgen werde ich euch wieder ein bisschen allgemeines noch schreiben. Aber jetzt ist es schon spät, muss ja schließlich um 6.30 Uhr aufstehen!

Alles Liebe ins ferne Deutschland,
vermisse euch und danke für die lieben Kommentare und Mails :)

P.S.: Habe bisher übrigens noch keinen einzigen Stich!!! Und ich habe vorgestern meinen ersten Stromausfall erlebt, sehr aufregend :D Erzähle bald mehr

Sonntag, 19. August 2012

weitere Bilder für euch - schriftliches folgt morgen :)

die Hauptstraße in Porto Novo


mein Zimmer (hab noch keine Regale,
deswegen ist es noch sehr durcheinander ;) )

Eingang zu unserem Appartement

Toilette                und                Dusche

netter Besuch

Bashira (die ältere Schwester von Bashiru und Samila,
die jüngere von Malikat)


mein Verlobter ;)

 meine neue Mitbewohnerin
Mailkat hat schon beschlossen, dass sie mit nach Berlin kommt,
nachdem sie Bilder gesehen hat ;)

Samstag, 18. August 2012

bildhafte Eindrücke !

Malikath (eine unserer Nachbarn) und ihr Sohn Aila

Bashiru (Cousin von Mailkath) und Aila auf dem großen Hof

verregneter Morgen

Aila, Nora und Hamnan (der ältere Sohn von Malikat)

unser Wohnzimmer

unser Hof (darin ist die Küche und hinter mir das Klo und Dusche)

ein Blick auf die Straße

Bonne arrivée !!

Hallo meine Lieben,

ich hoffe euch geht es allen gut :)
Hier ist es sehr aufregend. Ich wohne nicht wie gedacht in einer Gastfamilie, sondern alleine mit dem Mädchen (Nora) in einem Appartement, welches aber sehr gut ausgestattet ist. Immerhin haben wir eine Toilette, eine eigene Dusche, Gas und sogar eine eigene Küche.
Seit gestern haben wir sogar Internet, so dass ich euch jetzt öfter mal berichten kann.

Ich wohne in Porto Novo, die eigentlich Hauptstadt, welche 20km von der großen Stadt Cotonou entfernt ist. Hier ist es etwas ruhiger als in Cotonou, es gefällt uns hier beiden sehr gut.
Ich habe schon viele Leute kennengelernt, die Familien sind hier wirklich immer riesig und auch sehr verstrickt, die mittlere Generation lebt noch sehr in der Polygamie und die Männer haben teilweise 3 Frauen, die Großväter sogar bis zu sieben! Dementsprechend viel Verwandtschaft gibt es auch.
Neben uns wohnt eine muslimische Familie mit der wir uns sehr gut verstehen. Ich hab von ihnen schon sogar ein Lied gelernt und wir haben auch schon geklärt, dass ich den kleinen Bashiru heiraten werde.
Die Kinder sind wirklich sehr lieb und aufgeschlossen, allerdings für mich manchmal schwer zu verstehen. Generell ist es mit der Sprache etwas schwierig und unsere Köchin sowie unseren Ansprechpartner, ein Freund von unserem Koordinator Claude, verstehe ich gar nicht. Ich habe gelernt viel zu nicken und zu lächeln, aber zum Glück kann Nora viel besser französisch als ich und so schlagen wir uns gemeinsam durch.

Heute machen wir großen Haushaltsputz in unserer Wohnung, waschen und räumen auf.
Die restlichen Tage haben wir mit Besorgungen verbracht. Internet besorgt, Fahrrad gekauft, im Supermarkt gewesen, meinen Arbeitsplatz besucht usw.
Ab Montag geht das schon für mich los. Freue mich schon sehr, auch wenn ich nicht weiß, was auf mich zukommen wird. Kann euch dann berichten :)

Mit den Lebensumständen komme ich ansonsten gut klar. Nicht jeder Haushalt hat eine Toilette, was ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist. Auch die Dusche ist zum Beispiel immer kalt und wir waschen natürlich per Hand. Als ich angekommen sind und wir die Familie von Claude besucht haben, habe ich mich erstmal ganz schön erschrocken, wie ärmlich das hier aussieht. Aber daran gewöhnt man sich schnell. Die Wohnungen oder Häuser sind immer ser spartanisch eingerichtet, ohne Deko und sonst was.
Die Straßen sind auch schlecht befahrbar, zumindest die Nebenstraße. Man wird immer ganz schön durchgeschüttelt, wenn man im Auto sitzt und hier wurde von uns niemand mit seinem geliebten Audi langfahren ;)
Weitverbreitet sind hier sowieso eher die Motoräder und Mopeds. Es gibt hier die sogenannten "Moto-Taxis", das heißt ein Mann nimmt die auf seinem Moped mit. Ich schließe dann öfter die Augen und hoffe einfach, dass ich heil dort ankomme, wo ich hin will. Der Straßenverkehr ist hier schließlich sehr chaotisch und es gilt die Regel, der Stärkere gewinnt. Ich bin also mit meinem Fahrrad ganz weit unten auf der Liste, aber ich werde es schon irgendwie hinkriegen.
Die Autos sind generell in einem katastrophalen Zustand. Die meisten sind Gebrauchtwagen aus Europa, gestern habe ich zum Beispiel einen Jeep gesehen mit "Ruhrpott" als Aufkleber in der Heckscheibe. Da fühlt man sich gleich ein bisschen mehr zu Hause.

Mit dem Essen ist ganz okay. Es schmeckt nicht alles, aber man wird satt. Allerdings esse ich nicht sehr viel und die Leute denken schon ich bin krank. Dabei sind die Portionen einfach nur viel zu groß!! Und das in Afrika ;) Hier ist man viel und gerne, das erwartet man also auch von uns.
Aber ich werde sie schon noch überzeugen können, dass ich nicht krank bin.

Ich werde euch bald auch ein paar Fotos von der Wohnung und Nora zukommen lassen :)

Ich vermisse euch alle und hoffe, ihr habt mich noch nicht vergessen ...

Alles Liebe nach Allemagne!! 

Eure Pauline

Sonntag, 12. August 2012


Danke für den schönen Abschied und die vielen Glückwünsche!
Ihr macht es mir nicht gerade leicht zu gehen... ;)